Sprachlos

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März 2016

Heute mal eine Geschichte, die eine Freundin aus Einsteller-Sicht erleben musste… Man weiß irgendwann nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll…

Meine Freundin kaufte sich ein Pferd. 5 Jahre alt, gesund. Stellte es in den Stall einer „Freundin“, wo es zusammen mit deren zwei Pferdchen ein beschauliches Offenstall-Leben führen sollte. Sollte!! Ihr ahnt schon – es kam alles anders als geplant…

Im Sommer fing alles so schön an: 2ha Wiese für 3 Pferdchen, meine Freundin investierte noch in einen kleinen Reitplatz und alle waren glücklich…

Dann kam der Herbst. Und damit viele Veränderungen, mit denen meine Freundin nicht einverstanden war und die so auch nicht besprochen waren.

Zunächst mal sollten die Pferde auf einmal nachts ständig in die Boxen, weil die SB nicht bereit war, draußen Heu zu füttern. Ihr wisst wie 2ha Wiese im Winter aussehen. Da steht nicht mehr viel. Also hatten die Pferde eigentlich den ganzen Tag nur ein bisschen was zu knabbern auf der Wiese, keine Unterstellmöglichkeiten und entsprechendes Futter gab es nur Nachts in den Boxen. Ich regte mich damals schon auf, da ich der Meinung bin, Heu sollte immer (auch im Sommer) zur Verfügung stehen, genau wie ein Unterstand. Das brauchen sie im Winter einfach als Schutz und zum Warmhalten. Naja gut. War zwar nicht toll, aber man konnte noch damit leben.

Die Boxenzeiten wurden nach und nach immer länger, da ein Pferd der SB einen nicht-auskurierten Sehnenschaden hat und „die Ruhe braucht“… Naja, lyncht mich bitte nicht, aber ehrlich gesagt gehört das Pferd entweder mit Schmerzmitteln versorgt – oder erlöst. Es liegt bist zu 10 Stunden täglich in seiner Box, weil es vor Schmerzen nicht mehr stehen kann. Aber wenn der Besitzer nicht bereit ist, es nach einem Unfall so zu umsorgen, dass es wieder ein schmerzfreies Leben führen kann und selbst der TA schon sagt, er könne nichts mehr tun… „Vollpumpen“ allerdings ist für die SB keine Option und so fristet das Pferd nun ein Leben zwischen Weide“gang“ und stundenlangem Liegen in der Box…

Nunja. Im Laufe des Herbstes fing das Pferd meiner Freundin an zu husten. Ich empfahl ihr – nichtsahnend – erst einmal einige Tage Hausmittelchen und wenn das Pferd trotzdem weiter hustet, mit dem TA nicht zu lange zu warten. Einige Tage später war der TA ohnehin vor Ort und hörte das Pferd ab. Es war deutlich Schleim auf der Lunge, aber nicht sonderlich schlimm. Der TA hinterfragte die Heu/Stroh-Qualität und ließ ein pflanzliches Medikament da. Auf die Frage nach der Heu- und Strohqualität hin musste meine Freundin dann doch zugeben, dass diese nicht gut ist. Und nicht gut ist leider weit untertrieben. Die Strohballen hatten schwarze Stellen! Als ich das erfuhr, riet ich ihr sofort das Gespräch mit der SB zu suchen. Die Ballen müssten weg und neue beschafft werden. Am besten vorher noch einige Tage das Heu/Stroh-Lager lüften. Ihr werdet es nicht glauben, was zurück kam. Das seien ja nun eh schon die besseren Ballen. Die anderen Ballen waren ja noch schlechter und sie entsorge ja immer das schwarze und der Rest sei ja noch gut, außerdem könne man ja von Marmelade auch den Rest noch essen, nachdem man den Schimmel entfernt hätte, das breite sich nicht aus… Boah, meine Freundin und ich waren derart stinkwütend…

Meine Freundin besorgte sofort eigenes Heu und Stroh für ihr Pferd – gut, ihr Pferd musste demnach nicht direkt im Schimmel stehen oder diesen fressen, aber wir wissen ja alle, wie sich die Sporen in der Luft verteilen, wenn das Pferd in der Nachbarbox im Schimmel steht…

Diese Diskussion ging einige Tage. Irgendwann reichte es mir. Meine Freundin kündigte den Besuch einer „angehenden Futterberaterin“ (meine Wenigkeit) im Stall an und wies darauf hin, wir würden dann auch das Schimmelstroh entsorgen und sie würde auf eigene Kosten neues besorgen. Auch dies löste wieder eine Diskussion aus. Das Stroh kommt nicht weg. Ende der Diskussion. Punkt.

Am nächsten Tag besichtigte ich mit meiner Freundin einen anderen OS in der Nähe. Deutlich teurer, deutlich weiter weg, aber zumindest stimmt die Qualität von Heu und Stroh dort. Danach fuhren wir in den aktuellen Stall, um wie besprochen, das Stroh zu entsorgen und mit der SB zu sprechen bzgl. Kündigung etc. Was soll ich sagen, jetzt kommt echt das Highlight!! Als wir in dem Stall ankamen, war dort kein Staubkorn zu finden, alles bis aufs peinlichste neu gemistet und eingestreut und (!) das Heu/Stroh-Lager war abgesperrt!! Kann man das fassen? Da sperrt jemand schimmliges Stroh weg! Ich wusste wirklich nicht mehr, was ich dazu noch sagen sollte. Unfassbar! Aber davon mal abgesehen, ich betrat die Box des Pferdes der SB und wäre beinah rückwärts wieder rausgefallen. Beim Betreten hatte man schon modrig staubigen Geruch in der Nase, einmal ein Büschelchen angefasst und man wusste definitiv, woher der Geruch kam… Dann das Heu: Einmal Nase reingehalten und 15 Mal Niesen als Antwort… Die Entscheidung war gefallen. Das Pferd meiner Freundin musste asap hier weg.

Naja.  Drei Tage später zog Stuti da aus. Nach einer Woche im neuen Stall war sie hustenfrei. Beim Abholen der restlichen Sachen meiner Freundin fanden wir ein neues Pferd in ihrer alten Box. Hustend.

Bei manchen Menschen ist wirklich Hopfen und Malz verloren. Traurig. Aber isso.

Eure Offenstalltussi

PS: Eine entsprechende Meldung ist geplant.

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