Hufabszess – was nun?

März 2016

Vor einigen Wochen waren wir beim Trainingstag im Stall unserer Trainerin und konnten wirklich schöne Fortschritte erzielen. Unsere ersten korrekten Trab-Traversalen. Mann, war ich stolz auf mein Pferd…

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Wenige Tage später fuhren wir wieder zum Training. Auf dem Weg von der Koppel zum Putzplatz und auch beim Verladen war noch alles gut.

Wir kommen also nach 45 Minuten Fahrt bei meiner Trainerin an, wollen ausladen und was ist? Ooh nein. Pferd hinten links stocklahm, kommt kaum aus dem Hänger… Ich hab ihn dann vorgeführt, abgetastet, gefühlt… Es sah alles nach einem Problem mit dem Fesselringband aus. Warm. Pulsation vorhanden. Also haben wir das Bein mit Wasser gekühlt, Heilerde drauf und sind wieder nach Hause gefahren. Ab in die Box, noch eine ordentliche Menge Traumeel Salbe drauf und hoffen, dass es am nächsten Tag besser geht. Vorsorglich noch eine SMS an den Tierarzt geschickt, dass er evtl. am nächsten Tag vorbei kommen muss.

Am nächsten Tag wieder geführt. Gangbild schlimmer als am vorigen Tag, selbst im Stehen extreme Schonhaltung.

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Also kam der TA. Vorführen, abtasten. Dann die Erlösung. Ein „ordinäres Hufgeschwür“. Puh. Zumindest nichts an Sehnen und Gelenken.

Der TA eröffnete den Abszess, Jules war richtig! sauer. Das tat scheinbar so weh, dass er seine guten Manieren vergaß und dem TA erstmal einen ganz ordentlichen Tritt verpasste. Hui, dann war der TA sauer… Naja gut. Jules bekam dann einen Angussverband, Schmerzmittel intravenös und ich bekam noch weitere Schmerzmittel und Jod zum weiter Angießen des Verbandes übers Wochenende. Am Montag wollte der TA wieder kommen zum Verbandwechsel.

Zum Glück war das Wetter soweit gut, dass ich Jules zumindest mit den anderen Pferden weiter im Offenstall lassen konnte.

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Mein THP kam noch vorbei und empfahl mir zusätzlich Hepar Sulfuris C30 als Globuli zu geben – was ich natürlich sofort tat.

Am Montag kam dann der TA wieder, wechselte den Verband und trug mir auf, den Verband nun sauber und trocken zu halten und nach 12 Tagen könnte ich Jules hinten beschlagen lassen, dann wäre auch reiten wieder möglich.

12 Tage später kam also der Hufschmied, drückte den Huf ab und bekam postwendend auch beinah eine geschallert vom Pferd… Eindeutiger Befund: Das ist noch nicht vorbei. Der Schmied öffnete also den Abszess noch minimal weiter und empfahl mir noch einmal 5 Tage Angussverbände. Auf Anraten meines THP nahm ich nun kollodiales Silber zum Angießen, das hab ich im Übrigen immer zu Hause. Bestes Desinfektionsmittel. Tötet alles von Bakterien über Viren bis hin zu Pilzen. Und ist dabei völlig geruchsneutral und brennt nicht… Wer also wehleidige Pferde hat, die sich nicht gern behandeln lassen, sollte sich das auf jeden Fall besorgen. 🙂

So. 5 Tage später kam der Schmied wieder. Nun war alles gut, Jules konnte entsprechend hinten auch beschlagen werden und seither läuft er sogar gefühlt besser als vorher.

Ich kann wirklich nur empfehlen: Hepar Sulfuris (das hilft sowohl beim Reifen als auch beim Abheilen von Abszessen), kollodiales Silber und nen ordentlichen Schrank voll Verbandsmaterial.

Aktuell kämpfen wir noch mit dem Gewichtsverlust. Zwischendrin hatten wir nämlich zwei Tage Regen und damit Boxenknast für Herrn Pferd. Da frisst er immer nur das allernötigste und baut in 2 Tagen schon enorm ab. Aber bald geht es ja auf die fetten Koppeln und dann sollte auch das vorbei sein.

Hattet ihr schon mal mit einem Abszess zu tun? Wie habt ihr behandelt? Gibt es noch Insider Tipps?

Ich freu mich auf euren Input!

Liebe Grüße,
Eure Offenstalltussi

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