Pimp my Ride mal anders…

…oder aus alt mach neu – Sattel-Tuning für Anfänger

Also ich muss ja ehrlich sagen, ich kaufe gerne gebrauchte Sättel. Auch gerne solche, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Ich hatte für beide Pferde das Glück sehr wenig benutzte Sättel für relativ wenig Geld zu erstehen, da die Vorbesitzer diese irgendwie „vergessen“ hatten.

Nun ja, wie das so ist, wenn der Sattel einige Zeit irgendwo unbenutzt rum hing, wird er halt auch nicht gut gepflegt und vor allem schwarzes Leder verliert dann gerne mal die Farbe.

Nachfolgend werde ich euch Schritt für Schritt berichten, wie ihr für wenig Geld und mit erstaunlich wenig Aufwand eure Sättel wieder dauerhaft und vor allem ohne Abfärben tiefschwarz bekommt.

Was braucht man?

 

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Der Kieffer vorher

Schritt 1

Mit einem weichen Lappen (bei mir war das ein altes, zerschnittenes Geschirrtuch) und handelsüblichem Spiritus den Sattel abreiben. Ich habe hier die Sitzfläche und die oberen Sattelblätter behandelt.

Danach mit dem mitgelieferten Entfetter auch die Flächen noch einmal abreiben.

Schritt 2

Die Coloration mit dem mitgelieferten Schwamm auf die vorbehandelten Stellen auftragen. Hierbei bitte unbedingt Handschuhe tragen und auf den Boden und Kleidung achten 😉

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Nach der ersten Runde Farbe

Kurz antrocknen lassen und dann wiederholen.

Kleine Kratzer, ungleichmäßige Färbung, leichte Abnutzungsspuren, alles verschwindet.

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Hier der Prestige nach der zweiten Runde Farbe

 

Schritt 3

Ich habe zwischen der zweiten Farbschicht und dem Ölen einen Tag gewartet, damit die Farbe gut einziehen kann.

Und nun Ölen, was das Zeug hält. Glaubt mir, der Sattel säuft mindestens einen halben Liter Öl weg.

 

Und hier dann das Endergebnis – nur nach dem Ölen mit einem weichen Tuch abgerieben:

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Sooo, ich glaube, der ein oder andere hat jetzt was zu tun 🙂

Viel Spaß damit & LG
Eure Offenstalltussi

PS: Mit nem Bierchen oder nem Prosecco geht das viel leichter von der Hand 😉

HKM Reitstiefel Country Arctic im Test

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Als wie gesagt hartgesottener Outdoor-Reiter brauch man ja nun nicht nur warme Klamotten und Handschuhe, sondern auch warme Stiefel.

Für die Stallarbeit, die ja grade im Winter auch durchaus mal matschig werden kann, habe ich wasserdichte, warme Boots mit gutem Profil und bin damit sehr zufrieden. Allerdings sind die zum feinen Reiten denkbar ungeeignet…

Letztes Jahr hatte ich recht günstig Cavallo Winter-Lederreitstiefel erstanden, die jedoch meiner Fußform (hoher Rist) nicht sonderlich gut passten. Diese habe ich dann weiter verkauft und mir erstmal mit den klassischen, eher klobigen Kunsstoff-Winterreitstiefeln beholfen. Da mich diese nun nach einer Saison von der Wärmehaltung sehr im Stich ließen, suchte ich nach Alternativen.

Ich bin ehrlich: Ich bin weder Markenfetischist noch gewillt für Winterreitstiefel 200+ Euro auszugeben. Wir sind Offenstaller und Outdoor-Reiter mit Leib und Seele… Wär schade um die teuren Schuhe.

Nach einiger Recherche habe ich dann diese hier entdeckt:

http://www.hkm-sportsequipment.eu/artikel.php?marke=&kat=001&ukat=036&uukat=022&content=artikel&id=3993

Preis und versprochene Leistung klangen gut, die angegebene Schaftweite und-höhe bei Größe 38 auch und anhand der Fotos wirkten sie am Rist etwas großzügiger geschnitten als die Cavallo Stiefel.

Gestern konnte ich dann also die Stiefel testen. Testbedingungen: nasskalte 2 Grad mit dauerndem Nieselregen (gefühlt eher -5). Ich zog die Stiefel über meine Cavallo Reitsocken (Cavallo Funktionsstrümpfe Stars) und ritt los. Bei mäßiger Bewegung – ich musste aufgrund der Witterung viel Schritt reiten – hatte ich auch nach 1,5 Stunden im Gelände noch trockene Füße. Sie kochten jetzt nicht, aber das Teddyfell ließ sie auch nicht auskühlen. Ich denke, mit etwas mehr Bewegung, kann man die Füße durchaus auch als warm bezeichnen.

Fazit: Diese Stiefel sind für den Freizeitreiter-Outdoor-Gebrauch durchaus empfehlenswert.

Update:

So, hatte mir nun extra 2 Tage frei genommen, da nach einem schneereichen Wochenende endlich schönes, kaltes Winter-Sonnen-Wetter angesagt war. Bin also Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag schön bei Temperaturen von -2 bis -8 Grad unterwegs gewesen. Was soll ich sagen: Mit Seidenstrumpfhose plus Wollsocken in den Stiefeln kann ich mich wirklich nicht beschweren. Klar, die Füße kochen nicht, das wäre bei Ausritten von 1-3 Stunden wohl auch etwas viel verlangt. Aber sie waren durchaus so temperiert, dass man keine gefühllosen Eisklötze mit sich herumträgt.

Von mir: Ganz klare Kaufempfehlung!!

Liebe Grüße,
Eure Offenstalltussi

Back on Track Winterreithandschuhe im Test

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Ich bin ja hartgesottener Outdoor-Reiter. Kein Wetter ist zu schlecht, man muss sich nur richtig anziehen… Ne Frostbeule bin ich trotzdem. Da behelfe ich mir im Winter mit Zwiebellook und verschiedenen Materialien, die extra dafür geeignet sind. Mein Standard Outfit besteht aus einer Softshell-Reithose, Merino-Wollsocken, langärmligem Merino-Woll-Unterhemd und Teddyfleecejacke. Zusätzlich kommen dann noch diverse Schichten drunter, drüber und dazwischen. Je nachdem, wie die Wetterlage grade tatsächlich ist.

Das Problem waren bisher immer die Hände. Ich bin eigentlich großer Fan von Röckl, wenn es um Reithandschuhe geht, allerdings sind sowohl die Winter-Grip als auch die Polartec bei mir bisher zwar nicht restlos durchgefallen, aber richtig glücklich war ich damit auch nicht.
Die Wintergrip sind zwar recht wind- und wasserabweisend, haben dafür aber kaum Wärmehaltung. Die Polartec halten warm, sind dafür aber bei Wind und Nässe nicht zu gebrauchen und mit 4 Zügeln in den Händen auch eher unpraktisch…

Nach langer Recherche hab ich mich dann entschieden, mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen und das vielseits hochgelobte Back on Track Material an mir selbst zu testen. Das Pferd besitzt bereits den Rückenwärmer und damit sind wir sehr zufrieden.

Ich habe also etwas hin und her gesucht und die Handschuhe schließlich für 59,90€ inkl. Versand bei dem Onlinehändler mit dem großen E bestellt. Aufgrund einer Empfehlung habe ich sie eine Nr. größer bestellt als meine Röckl bisher waren (8,5 statt 7,5). Ich muss sagen, eine halbe Nr. größer hätte wohl auch gereicht.

So, nun zum Test. Gestrige Wetterbedingungen: Um null Grad, etwas Wind, etwas Feuchtigkeit (Luftfeuchtigkeit und auch ein paar Tröpfchen von oben). Ich habe zum putzen und vorbereiten des Pferdes meine dicken Wollhandschuhe anbehalten, da ich gelesen habe, die Finger sollten warm sein vor der Nutzung der BoT Handschuhe, da diese Keramikfasern nur die vorhandene Wärme aufnehmen und halten/zurückgeben. Hab also dann mit warmen Händen die BoT Handschuhe angezogen und bin los geritten.

Zunächst hatte ich das Gefühl, ich hätte einen ordentlichen Fehlkauf getätigt. Der Grip an den Zügeln ist sehr gut, Wind konnte ich auch keinen durch das Material merken, aber nach kurzer Zeit kühlten meine Hände aus.

Ich dachte mir, das kann aber jetzt nicht angehen. Hab dann gezielt die Hände gewärmt durch aneinander reiben und bewegen. Und siehe da, es funktioniert. 🙂 Meine Finger wurden wieder warm, das Kribbeln ging weg und sie blieben warm bis ich nach einer guten Stunde wieder daheim ankam. Alles in allem also ein gelungener Test.

Update: 2. Testlauf.

Witterungsbedingung nasskalte 2 Grad, gefühlt eher -5. Selbst nach 1,5 Stunden hauptsächlich Schritt im Gelände und dauerndem Nieseln von oben, waren meine Hände trocken und warm. 🙂

Weiteres Update:

Hatte mir nun extra zwei Tage freigenommen, um bei herrlichem Winterwetter, weitere Testläufe zu starten. Wir hatten von -2 bis -8 Grad alles dabei. Am Wochenende recht viel Schnee, Montag und Dienstag sonnig, aber klirrend kalt. Bin weiterhin mit den Handschuhen sehr zufrieden. Mit einer Einschränkung: Sie sind wirklich zu groß. Dadurch bilden sich leider Kältebrücken, die zwar schnell zu beheben sind durch gezieltes bewegen und wodurch dann die Finger auch wieder einige Zeit warm bleiben, aber top Ergebnisse erzielt man vermutlich nur mit der genau passenden Größe. Ich werde mal zusehen, ob ich da noch etwas nachhelfen kann. 🙂

Finales Update/Fazit:

Konnte über Kulanz des Ebay-Anbieters die Handschuhe umtauschen in eine halbe Nummer kleiner. DAS macht den entscheidenden Unterschied. Es können sich so nun keine Kältebrücken mehr bilden, die Hände sind warm und bleiben es auch. 🙂

Ich werde die Handschuhe den restlichen Winter nun weiter in Gebrauch testen und dann noch einmal ein Urteil zur Haltbarkeit abgeben. Bis dahin kann ich die Handschuhe so nun erst einmal uneingeschränkt empfehlen.

Liebe Grüße,
Eure Offenstalltussi

Softshell-Reitrock Härtetest

Reitrock

Ich hab lange mit mir gehadert, ob ich mir so einen Reitrock zulegen soll oder nicht. Eigentlich fahre ich mit meinen Softshhellreithosen, Stiefeln und Reitmantel im Winter ja sehr gut… Andererseits – der Sattel inkl. Kuschligem Lammfellbezug wird gefühlt ständig nass, man hat den Schnee von tiefhängenden Ästen im Stiefel hängen und überall da, wo nicht Stiefel oder Mantel sind, ist man ständig kalt.

Ich habe dann bei Facebook den Post einer netten Dame entdeckt, die Reitröcke selbst auf Maß fertigt und diese auch verkauft. Nach einer sehr netten Beratung per PN habe ich mich entschlossen, einen Reitrock in Auftrag zu geben. Schnell mit Mamas Hilfe Maß genommen, per Paypal bezahlt und dann eine Woche gewartet. Nach einer Woche kam wie versprochen die Nachricht, dass der Rock versendet worden ist.

Einige Tage später war er da. Er passt wie angegossen J Jetzt musste ich nur noch auf „passendes“ Wetter warten… Das dauerte eine Weile (eigentlich ja schön, aber ich war doch sooo neugierig) Gut, irgendwann hatten wir dann „Idealbedingungen“: Wind, nasskalt, ekelhaft. Eben genau das Wetter, bei dem man sich fragt, ob man überhaupt ausreiten will… Also Reitrock übergezogen und los geritten.

Ich bin schwer begeistert. Kein Wind zu spüren, keine nassen Oberschenkel und Knie – und warm macht er auch noch. Durch das recht schwere Material bleibt er auch sehr gut da liegen, wo er hingehört. Einzig beim wilden Galopp über „freies Feld“ wurde er ein wenig aufgeweht, das lässt sich aber gut überbrücken, indem man den Rock etwas um die Beine wickelt und so dem Wind weniger Angriffsfläche gibt.

Mittlerweile bin ich mehrfach mit dem Rock ausgeritten und freue mich sehr, dass ich mir einen gekauft habe, es erleichtert den Offenstall-Winter doch sehr. Ganz sicher war das auch nicht der letzte Reitrock von Reit Kunst Design, da Kathrin nicht müde wird neue tolle Modelle, Farben und Materialien vorzustellen 🙂

Ich habe mir – aus persönlicher Vorliebe – den Rock mit einer kurzen Taille bestellt und das tut dem Halt wirklich keinen Abbruch. Volle Kaufempfehlung hier!

Kathrin erzählte mir folgendes über sich, als ich sie fragte, wie sie dazu kam Reitröcke zu schneidern:

Ich bin die Kathrin Dynio und wohne in dem kleinen Merenberg mit meinen Hunden und Pferden. Mit Pferden lebe und arbeite ich schon seit über 20 Jahren. Unsere Grundlage ist seitdem das Horsemanship, aber auch in der Zirzensik sind wir bewandert. Seit einem Jahr etwa beschäftigen wir uns nun ebenfalls mit der Akademischen Reitkunst, die mich auch in Punkto Kleidung und Röcke inspiriert hat. Vor gut einem Jahr nähte ich meine ersten beiden Röcke und überraschte mit einem davon meine Tochter zu Weihnachten. Von diesen beiden Röcken waren viele Freunde und Bekannte begeistert. Ich tüftelte eine ganze Zeit noch herum und bekam immer mehr Ideen, bis ich nun weitere Röcke gefertigt habe und diese interessierten Menschen anbieten kann.

Traut Euch! Bestellt einen der tollen Röcke und überzeugt euch selbst davon, wie wunderbar sie liegen & wirken und wie hübsch so ein Rock auf dem Pferd aussieht 🙂

Rückfragen dürft ihr gern an mich oder auch Kathrin direkt richten!

Liebe Grüße,
Eure Offenstalltussi