Als Stallbetreiber erlebt man ja so allerhand… III

Teil 3 der Worst Einsteller

– Vorsicht: Blanke Wahrheit gepaart mit Ironie –

Heute: Mietpreller und andere Opportunisten

Das sind mir die allerliebsten… Man investiert Zeit, man zeigt ihnen den Stall, man bespricht die Bedingungen, man schließt einen Vertrag ab. Man ist nett. Man lässt sie einige Tage umsonst einstellen, so als Startbonus.

Und dann wartet man. Darauf, dass das Geld kommt und darauf, dass die Dame sich mal wieder blicken lässt. Zum Stalldienst, wie vereinbart. Auf Nachfrage kommt dann „ok, ich zahl lieber den vereinbarten Betrag x mehr, momentan ist so viel los, ich schaff die 20 Minuten Stalldienst nicht…“

Ok, man bespricht und arrangiert sich mit dem Rest der Stallgemeinschaft. Man übernimmt die Stalldienste. Man wartet weiter auf sein Geld. Das ist nun schon 10 Tage überfällig. Auf Nachfrage heißt es, es sei überwiesen. Ok. 3 Tage später immer noch nichts da. Man fragt wieder nach. Ach? Es gibt einen Engpass bei der Gehaltszahlung? Mhm. Ja, durchaus. Das ist ja heutzutage in großen Unternehmen Gang und Gäbe, dass die einfach das Gehalt nicht überweisen…

Gut. Irgendwann wird es einem zu bunt. Das fängt ja schon gut an. Die ersten 3 Wochen schon nur Ärger. Man wird etwas nachdrücklicher in der Forderung. Daraufhin wird einem nahegelegt, man möge das Pferd (Stute, 24, Zustand zumindest fragwürdig) doch behalten. Man würde das geschenkt bekommen. Das sei ja großzügig inkl. Zubehör bestehend aus einem uralten Sattel und 5 nicht-passenden Trensen. Also Pferd und Zubehör als Aufrechnung gegen die fehlende Stallmiete… Ähh. Nein.

Wenn ich ein zweites Pferd wollte, dann doch eins, was noch n paar Jahr als Reitpferd vor sich hat. Also abgelehnt. Da wird man dann noch beschimpft. Man sei undankbar und würde lügen und überhaupt. In so einem Privatstall, da könne man ja wohl mal geduldig sein und auf sein Geld warten. Nur deswegen sei man ja vom großen Stall dahin gezogen (ein Schelm, wer hier einen Vorsatz klingeln hört)… Ähh. Nein. Gerade im „Privatstall“ kann man eben nicht warten. Entschuldigung? Warum sollte ich das Pferd eines Einstellers mitfinanzieren?

Ganz zu schweigen davon, dass ich die Dame ja zwischendurch zum Stall zitieren musste. Stuti hatte Augenentzündung. Hab ihr noch aufgeschrieben, was für Tropfen zu besorgen sind… Die kam dann auch – einmal in den 10 Wochen. Brachte Tropfen, nur leider die falschen. Die richtigen hab ich dann gekauft. Von meinem Geld. Hab ich Stuti auch 2mal täglich ins Auge gepult. Man ist da ja nicht so. Will das Pferd ja nicht leiden sehen.

Nun gut. Hab dann die Kündigung geschrieben. War dann das Arschloch. Wie ich mir das vorstelle? Mitten im Winter einen neuen Stall finden, ist ja quasi unmöglich (klar, noch günstiger als bei uns als Teil-SV wird’s halt auch nicht…). Wollte dann „ihre Sachen“ holen die Dame. Hab ich verweigert. Sachen abholen ja. Aber nur MIT Pferd. Sachen alleine rück‘ ich nicht raus. War ich dann wieder das Arschloch. Will mich ja an meinen Einstellern bereichern…

Ich sag‘s euch. Als dieses Pferd dann nach 10 Wochen insgesamt und Begleichung der Stallmiete für 8 Wochen endlich ausgezogen war… Da haben alle erstmal aufgeatmet. 😉

In diesem Sinne: Auf die guten Seelen. Auf die Einsteller, die unermüdlich mithelfen, die mehr tun als sie müssten, die lieb sind, die pünktlich bezahlen und die einem einfach zeigen, dass auch die Reiterwelt nicht nur aus egoistischen Vollidioten besteht, wie man manchmal schon fast glauben will. Darauf ein Bierchen <3

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