10 kleine Helferlein

Februar 2016

HELFERLEIN

Hier hab ich mal 10 äußerst nützliche, zweckentfremdete Dinge zusammengetragen, die bei mir ständig im Einsatz sind:

  1. Messbecher in verschiedenen Größen – ideal zum abmessen/-wiegen verschiedener Futtermittel.
  2. Gemüsereibe – zum Reiben von Karotten oder Äpfeln (wenn man mal was weniger schmackhaftes unterjubeln muss).
  3. Elektrische Kaffeemühle – zum „Schroten“ von allerlei Kleinkram wie Leinsamen, Schwarzkümmel oder Hagebutten.
  4. Wasserkocher – für all diejenigen, die wie ich kein Warmwasser im Stall haben.
  5. Die Plastikbehälter der Haribo-Großpackungen. Lebensmittelecht, durchsichtig. Ideal zum Verstauen von saisonal benutzten Futtermitteln (Kräuter, Hagebutten, Bierhefe etc.) oder auch um den Kleingrusch ordentlich und schnell greifbar zu sortieren.
  6. Großer Plastik-Kochlöffel – zum Umrühren der Cobs/KraFu-Pampe.
  7. Ein großes scharfes Messer – zum Aufschlitzen von Futtersäcken, zum Kleinschneiden von dicken Karotten, zum Abschneiden von Panzertape beim Huf verbinden… da gibt es unzählige Einsatzmöglichkeiten.
  8. Gefriertruhe – ihr wisst gar nicht wie toll sich eine ausgediente Gefriertruhe in der Futterkammer macht… Hafer, Luzerne etc., alles ist mäuse- und erfrierungssicher verwahrt und die Handhabung ist einfach praktisch. Klappe auf, Futter schöpfen, Klappe zu – Fertig. Außerdem kann man die geschlossene Truhe auch noch super zum erhöhten Abstellen der Eimer nutzen, wenn man mal wieder zig Pülverchen und Kräuterchen untermischen muss.
  9. Küchenwaage oder Löffelwaage – ich hab die von Rossman, digital, grammgenau und mit Zuwiegefunktion… Nicht mehr wegzudenken aus der Futterkammer.
  10. Styroporboxen – solche wie sie der Pizza-Lieferdienst z.B. benutzt. Wozu? Darin kann man allerlei Cremes, Flüssigkeiten etc. Vor Erfrierungen und Überhitzung bewahren. Grade wenn man keine beheizte Sattelkammer hat, wird sonst das mal eben Zinksalbe auftragen durchaus zum Kraftakt. 🙂

Was sind eure kleinen Helferlein? Habt ihr noch was hinzuzufügen?  Ich freu mich auf Eure Kommentare!

Bis dahin, genießt das WE – Prost!
Eure Offenstalltussi

Winterblues oder Burn-Out im Selbstversorger-Offenstall

Februar 2016

 

Ein heikles Thema. Dennoch möchte ich es einmal aufgreifen. In vielen Foren lese ich aktuell vom „Winterblues“ von Eigenregie-lern, die nicht mehr wollen oder können. Das liegt ja oft nah beieinander das Wollen und das Können.

Wer könnte es einem verdenken. Man kämpft täglich mit zum Teil widrigsten Bedingungen: nass-kaltes, ekelhaftes Wetter, zum Teil grausame Bodenverhältnisse, kein Licht, kein fließend Wasser… Es ist schon wirklich erstaunlich, was viele sich zum (vermeintlichen) Wohl ihrer Pferde neben Vollzeit-Job und oftmals Familienmanagement noch alles so antun. Da wird im Halbdunkel frühs oder spät abgeäppelt, Heunetze gestopft, Wasser in Kanistern geschleppt und mit teilweise sehr kreativen Lösungen vor dem Einfrieren bewahrt. Das alles erscheint einem wie Sisyphus-Arbeit, liebevoll auch „und täglich grüßt das Murmeltier“ oder „same shit – different day“ genannt.

Ich ziehe meinen Hut vor all denen, die unter solchen Bedingungen über Jahre hinweg für ihre Pferde kämpfen.

Aber geht es unseren Pferden dadurch wirklich besser? Haben unsere Pferde was davon, wenn wir uns aufarbeiten, physisch wie psychisch? Wenn wir in den Wintermonaten wochenlang nicht aufs Pferd kommen und vor lauter Arbeit gestresst und fix und alle sind? Wir alle sagen „unsere Pferde spiegeln uns“. Tun wir uns und ihnen also wirklich einen Gefallen, wenn wir uns für sie kaputt arbeiten? Ich hinterfrage das absichtlich so kritisch. Auch ich war letzten Winter an einem Punkt, wo ich nicht mehr konnte. Mein Pferd war wochenlang krank, musste wegen mangelnder Bodenbefestigung und stoffwechselbedingter Mauke nachts in die Box. Also täglich Box misten, zusätzlich zum Paddock abäppeln, was wirklich Schwerstarbeit ist, wenn man mit dem Schubkarren kaum mehr durch den Matsch kommt. Jeden Tag drin zusätzlich füttern, die Mauke versorgen und dabei immer wieder Rückschläge erleben… Ich war wirklich am Ende.

Zum Glück hatte ich zu der Zeit 2 ganz wunderbare Reitbeteiligungen – und meine Eltern, auf die ich wirklich immer zählen kann. Hab mich dann spontan entschlossen, 2 Wochen weg zu fahren. Meine Mädels haben die Maukepflege übernommen, Papa das Misten. Ich traute meinen Augen kaum, als ich 2 Wochen später wieder zu Hause war. Ich war wirklich zu Tränen gerührt. Aber ich bin auch ehrlich. Wäre mir diese 2-wöchige Auszeit nicht ermöglicht worden – ich wäre zusammengeklappt. Und auch meinem Pferd schien es gesundheitlich sehr gut getan zu haben, dass ich mit meinen negativen Gedanken, Sorgen und meiner Überlastung einige Zeit nicht in seiner Nähe war. Mein Pferd ist sehr sensibel und spiegelt mich (leider) sehr intensiv.

Was können wir also tun, damit es uns nicht so geht? Ich versuche hier mal ein paar Punkte zusammen zu stellen, die uns sehr geholfen haben. Es sind sicher nicht alle für jeden realisierbar, aber oft hilft ja schon eine gewisse Erleichterung, damit man wieder Motivation und Aufschwung bekommt und nicht mehr alles so schwarz sieht.

Tipps und Tricks gegen den Winterblues:

  • Mal 5e grade sein lassen! Nehmt euch die Zeit für eure Pferde. Die sterben nicht, wenn mal einen halben Tag später abgemistet wird. Geht raus, genießt die Zeit im Gelände. Das tut auch dem geschundenen Rücken gut.
  • Sucht euch Unterstützung! Ob das eine RB ist, eine PB, die Familie oder ein Einsteller. Man braucht Leute, die verlässlich sind, die mithelfen und die einem mal einen freien Tag ermöglichen.
  • Versucht Arbeitsgänge zu erleichtern! Ja, nicht jeder hat einen landwirtschaftlichen Background und damit schwere Maschinen zur Unterstützung. Aber oft hilft es schon, wenn man statt 10 Netze zu stopfen auf eine Raufe umschwenkt. Macht den Misthaufen näher an den Paddock, befestigt eure Laufwege. Investiert in frostfreie Tränken. Manchmal reicht auch schon eine neue Äppelgabel oder ein leichterer Schubkarren.
  • Gönnt euch auch mal was! Geht mal zur Massage, schön Abendessen mit dem Partner, ins Kino oder auch einfach mal in die Badewanne mit Kerze, nem Glas Wein und nem guten Buch.

Wir tun alle unser Möglichstes, damit es unseren Vierbeinern gut geht. Aber bitte, bitte! vergesst dabei nicht euch selbst. Niemand, weder eure Tiere noch eure Familie, hat etwas davon, wenn ihr irgendwann wirklich zusammen klappt. Achtet auf euch, wenigstens halb so viel wie ihr auf eure Tiere achtet, dann kann es so schlimm gar nicht werden.

Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere (gern per Mail, wenn ihr anonym bleiben möchtet) noch seine Erfahrungen zu dem Thema schildert.

In diesem Sinne: Passt auf euch auf, gönnt euch n Bierchen und lasst es euch gut gehen!

Liebe Grüße
Eure Offenstalltussi

Softshell-Reitrock Härtetest

Reitrock

Ich hab lange mit mir gehadert, ob ich mir so einen Reitrock zulegen soll oder nicht. Eigentlich fahre ich mit meinen Softshhellreithosen, Stiefeln und Reitmantel im Winter ja sehr gut… Andererseits – der Sattel inkl. Kuschligem Lammfellbezug wird gefühlt ständig nass, man hat den Schnee von tiefhängenden Ästen im Stiefel hängen und überall da, wo nicht Stiefel oder Mantel sind, ist man ständig kalt.

Ich habe dann bei Facebook den Post einer netten Dame entdeckt, die Reitröcke selbst auf Maß fertigt und diese auch verkauft. Nach einer sehr netten Beratung per PN habe ich mich entschlossen, einen Reitrock in Auftrag zu geben. Schnell mit Mamas Hilfe Maß genommen, per Paypal bezahlt und dann eine Woche gewartet. Nach einer Woche kam wie versprochen die Nachricht, dass der Rock versendet worden ist.

Einige Tage später war er da. Er passt wie angegossen J Jetzt musste ich nur noch auf „passendes“ Wetter warten… Das dauerte eine Weile (eigentlich ja schön, aber ich war doch sooo neugierig) Gut, irgendwann hatten wir dann „Idealbedingungen“: Wind, nasskalt, ekelhaft. Eben genau das Wetter, bei dem man sich fragt, ob man überhaupt ausreiten will… Also Reitrock übergezogen und los geritten.

Ich bin schwer begeistert. Kein Wind zu spüren, keine nassen Oberschenkel und Knie – und warm macht er auch noch. Durch das recht schwere Material bleibt er auch sehr gut da liegen, wo er hingehört. Einzig beim wilden Galopp über „freies Feld“ wurde er ein wenig aufgeweht, das lässt sich aber gut überbrücken, indem man den Rock etwas um die Beine wickelt und so dem Wind weniger Angriffsfläche gibt.

Mittlerweile bin ich mehrfach mit dem Rock ausgeritten und freue mich sehr, dass ich mir einen gekauft habe, es erleichtert den Offenstall-Winter doch sehr. Ganz sicher war das auch nicht der letzte Reitrock von Reit Kunst Design, da Kathrin nicht müde wird neue tolle Modelle, Farben und Materialien vorzustellen 🙂

Ich habe mir – aus persönlicher Vorliebe – den Rock mit einer kurzen Taille bestellt und das tut dem Halt wirklich keinen Abbruch. Volle Kaufempfehlung hier!

Kathrin erzählte mir folgendes über sich, als ich sie fragte, wie sie dazu kam Reitröcke zu schneidern:

Ich bin die Kathrin Dynio und wohne in dem kleinen Merenberg mit meinen Hunden und Pferden. Mit Pferden lebe und arbeite ich schon seit über 20 Jahren. Unsere Grundlage ist seitdem das Horsemanship, aber auch in der Zirzensik sind wir bewandert. Seit einem Jahr etwa beschäftigen wir uns nun ebenfalls mit der Akademischen Reitkunst, die mich auch in Punkto Kleidung und Röcke inspiriert hat. Vor gut einem Jahr nähte ich meine ersten beiden Röcke und überraschte mit einem davon meine Tochter zu Weihnachten. Von diesen beiden Röcken waren viele Freunde und Bekannte begeistert. Ich tüftelte eine ganze Zeit noch herum und bekam immer mehr Ideen, bis ich nun weitere Röcke gefertigt habe und diese interessierten Menschen anbieten kann.

Traut Euch! Bestellt einen der tollen Röcke und überzeugt euch selbst davon, wie wunderbar sie liegen & wirken und wie hübsch so ein Rock auf dem Pferd aussieht 🙂

Rückfragen dürft ihr gern an mich oder auch Kathrin direkt richten!

Liebe Grüße,
Eure Offenstalltussi